Umgang mit dem Rasiermesser

Rasieren mit dem Rasiermesser

Man sollte sich immer bewusst sein, daß ein Rasiermesser ein äußerst scharfes Instrument ist, dass bei unsachgemäßer Anwendung zu Verletzungen führen kann. Benutzen Sie Ihr Messer deshalb stets mit Vorsicht und Respekt!
Außerdem sollte man vor der Rasur prüfen, ob sich das Rasiermesser in einem einwandfreien Zustand befindet. Niemals sollte man ein Rasiermesser mit Beschädigungen, insbesondere der Schneide benutzen. Auch muss der mikroskopisch feine Schneidgrat, der die eigentliche Schneidarbeit verrichtet, intakt sein. Den Scheidgrat bringt man durch regelmäßiges und fachgerechtes Abledern vor der Rasur in Position. Neben der Schärfe des Messers ist das Vorweichen des Barthaares von großer Bedeutung.
Gründliches Einschäumen und Weichen des Barthaares erleichtert erheblich das Abrasieren und macht die Rasur deutlich angenehmer. Wir empfehlen die Benutzung eines Rasierpinsels und einer Seifenschale. So kann die Rasierseife warm aufgeschlagen werden. Durch den warmen Schaum weicht das Barthaar besser und die Haut wird flexibler. Es gibt zwei übliche Arten, ein Rasiermesser zu halten. Bei Variante eins werden Zeigefinger und Mittelfinger auf dem Erl und der Ringfinger auf der Angel abgelegt. Der Daumen drückt von unten gegen dem Erl um das Rasiermesser stabil zu halten. Bei Variante zwei kommen nur Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen zum Einsatz. Das Heft des Rasiermessers wird um cirka 260 Grad nach hinten geklappt und dient der besseren Balance. Wichtig beim Umgang mit einer offenen Klinge sind Vorsicht und Sorgfalt!
Das Rasiermesser sollte niemals schneidend in Richtung der Längsachse der Klinge bewegt werden sondern immer schabend. Wichtig ist auch der richtige Anstellwinkel der Klinge zur Haut von ca. 30 -40 Grad, je nach Gesichtsregion. Zu steil geführt kann das Rasiermesser in die Haut einschneiden, zu flach geführt, reißt die Klinge am Barthaar oder gleitet darüber hinweg. So könnte der Eindruck entstehen, das Rasiermesser sei stumpf. Mit der freien Hand sollte die Haut gestrafft werden, so dass man nicht in diese einschneidet. Einsteigern in die Messerrasur wäre zu empfehlen, zunächst mit den ebenmäßigen Stellen entlang der Wangen zu beginnen bis sich eine gewisse Sicherheit im Umgang mit dem Rasiermesser eingestellt hat. Während dieser Zeit sollten die schwierigeren Stellen wie Kinn- und Halspartie noch mit einem Nassrasierer oder Rasierhobel rasiert werden. Nehmen Sie sich Zeit, um sich mit dem Rasiermesser vertraut zu machen und den Umgang mit dem Messer zu erlernen.

Das Rasiermesser pflegen und lagern

Man muß ein Rasiermesser pflegen um es zu erhalten, besonders wenn die Klinge aus Kohlenstoffstahl und/oder die Heftschalen aus natürlichen Materialien wie Holz oder Horn gefertigt wurden. Nach dem Gebrauch sollte das Rasiermesser mit klarem Wasser abgespült und danach gründlich abgetrocknet werden. Wird ein Rasiermesser längere Zeit nicht benutzt, wäre das Einölen mit einem geeigneten Öl ratsam. Das Messer sollte nicht feucht und unbelüftet gelagert werden. Wird beim Rasiermesser Feuchtigkeit übersehen oder wird es unsachgemäß gelagert, kann bei Klingen aus Kohlenstoffstahl bereits nach wenigen Tagen Korrosion einsetzen. Zunächst beginnt Korrosion damit, dass sich erste schwarze Punkte zeigen, die sich durch Polieren möglicherweise noch entfernen lassen.
Wir empfehlen auch, das Messer nach dem Gebrauch aus dem Badezimmer zu nehmen und anderswo aufzubewahren. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Badezimmer nach dem Baden oder Duschen kann ebenfalls zu Rost führen. Ein Rasiermesser sollte nicht über längere Zeiträume in Etuis oder ähnlichem aufbewahrt werden, da hier keine gute Belüftung gegeben ist. Etuis sind für den sicheren Transport eines Rasiermessers vorgesehen, nicht für die Lagerung überlängere Zeiträume. Wird ein Rasiermesser nach Gebrauch in einem geschlossenen Etui aufbewahrt, kann dieses bei übersehener Feuchtigkeit auch zu Korrosion führen. Bewahren Sie Ihr Messer immer an einem sicheren Ort und unzugänglich für Kinder auf!

Das Rasiermesser Schärfen

Zu Beginn einige Worte zur Schärfe der Rasiermesser. Die Rasiermesser in unserem Sortiment werden auch heute noch zum größten Teil in traditioneller Handarbeit hergestellt. Auch werden sie vom Hersteller scharf geschliffen, fachgerecht abgeledert und leicht eingeölt. Schärfe ist jedoch ein relativer Begriff. Dem einen reicht die gelieferte Schärfe aus, der andere hätte sein Messer gerne noch etwas schärfer. Durch längeres Abledern kann man meist den "Schärfegrad" eines Rasiermessers noch erhöhen, da hierbei der Schneidgrat immer weiter und feiner ausgezogen wird. Man sollte aber immer bedenken, dass mehr Schärfe und ein weiter ausgezogener Schneidgrat oft zu Lasten der Robustheit der Schneide geht. Je weiter man die Schneide ausschleift und je weiter Sie den Schneidgrat mit dem Leder ausziehen, desto empfindlicher wird auch die Schneide. Das Abledern des Rasiermessers erfolgt vor der Rasur. Verwenden Sie für das regelmäßige Abledern einen Streichriemen ohne Schleifpasten. Schleifpasten enthalten Schleifkörper, die im geringen Umfang Material von der Schneide abtragen. Dies ist jedoch nur dann notwendig, wenn Ihr Messer auf einem reinen Lederriemen, nicht mehr scharf zu bekommen ist. Eine regelmäßige Verwendung von Schleifpasten würde nur zu unnötig schnellem Verschleiß der Klinge führen.
Den Abziehriemen hängen Sie an einer geeigneten Stelle auf und ziehen ihn stramm. Legen Sie Ihr Rasiermesser mit der Klinge stets komplett flach auf, das heißt mit Schneide und Klingenrücken gleichzeitig! Hebt man den Klingenrücken an, würde der Schneidgrat abbrechen oder umgebogen. Das Rasiermesser zieht man, ohne viel Druck auszuüben, in Richtung des Klingenrückens. Wenden Sie Ihr Rasiermesser stets über den Klingenrücken, nie über die Schneide. Diesen Vorgang wiederholt man, bis die gewünschte Schärfe erreicht ist. Nach der Rasur sollte man das Rasiermesser mindestens 24 Stunden ruhen lassen. Spannungen im Metall bauen sich so ab und der Schneidgrat richtet sich teilweise von selbst wieder auf. Einsteigern empfehlen wir bei der Anschaffung eines Rasiermessers an den Streichriemen zu denken. Ein Streichriemen gehört unbedingt in Ihr Rasierset.

Anders als beim Abledern wird beim Schleifen mit Hilfe von Schleifsteinen oder Schleifpasten Material vom Rasiermesser weggenommen. Ist Ihr Rasiermesser mit dem reinen Abledern nicht mehr scharf zu bekommen, kann die ballig gewordene Schneide durch Materialabtrag wieder hergestellt werden.
Für das Schleifen eines Rasiermessers sollten Sie nur sehr feine Schleifsteine verwenden. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Belgischen Brocken, einen besonders feinen, natürlichen Wasserabziehstein gemacht. (Mehr Infos zum Belgischen Brocken finden Sie unten auf der Seite.) Es können aber auch künstliche Schleifsteine mit sehr feinen Körnungen verwendet werden. Beim Nachschleifen eines Rasiermessers ist weniger oft mehr. Es soll ja nur, der mikroskopisch feine Schneidgrat, der ballig oder beschädigt ist abgetragen werden. Bei einer stärkeren Beschädigung der Schneide, wie zum Beispiel Ausbrüchen sollte das Messer von einem Fachmann begutachtet und falls möglich repariert werden. Auch beim Schleifen legt man das Rasiermesser wieder mit der Klinge komplett flach auf. Schneide und Rücken der Rasiermesser berühren gleichzeitig der Schleifstein. Liegt der Klingenrücken nicht auf, schleifen Sie Ihr Rasiermesser stumpf. Um Zierschliffe oder Vergoldungen am Klingenrücken nicht zu beschädigen, können Sie diesen mit etwas Klebeband abkleben. Im Gegensatz zum Abledern schieben Sie das Rasiermesser beim Schleifen mit der Schneide voraus über den Schleifstein. Arbeiten Sie auch hierbei mit wenig Druck. Das Rasiermesser wendet man wie beim Abledern auch beim Schleifen immer über den Rücken der Klinge. Wenige Wiederholungen dürften ausreichen, um den mikroskopisch feinen Grat zu entfernen. Um die Schneide zu polieren, kann nun noch auf einem mit Schleifpaste behandelten Streichriemen gewechselt werden. Zu guter Letzt ledern Sie Ihr Rasiermesser auf einem unbehandelten Lederriemen ab um wieder einen Schneidgrat auszuziehen.
Wenn es darum geht, die Schärfe eines Rasiermessers zu testen, kommt immer wieder der so genannte Haartest ins Spiel. Dieser ist natürlich kein standardisiertes Verfahren. Damit dieser funktioniert, muss man sicherstellen, dass das zu schneidende Haar der Klinge ausreichend Widerstand entgegen setzt. Neben der Schärfe der Klinge sind auch Ansatzwinkel und Ansatzpunkt der Klinge für den Erfolg entscheidend. Wenn man das Rasiermesser im 90 Grad Winkel oder zu weit entfernt vom Fixierungspunkt ansetzen, wird sich das Haar auch bei einem scharfen Messer weg biegen können. Man rasiert bei der Rasur ja auch unmittelbar oberhalb der Hautoberfläche und setzt die Klinge auch in einem 30-40 Grad Winkel an.

Exkurs: Schleifsteine für Rasiermesser

Für das Nachschleifen Ihrer Rasiermesser können wir den Belgischen Brocken empfehlen. Dieser natürliche Wasserabziehstein kommt in zwei Ausprägungen vor, dem blauen Bankstein und dem gelben Brocken. Beide Schleifsteine sind in verschiedenen Formaten erhältlich. Während der gelbe Brocken fast nur noch in dünneren Schichten zu finden ist, woraus kleinere Formate und oft unregelmäßige Formen resultieren, kann man den blauen Brocken noch in Größen finden, die den Zuschnitt als Bankstein ermöglichen. Gelbe Belgische Brocken zur Stabilisierung und um Bruch zu vermeiden oft auf einen Trägerstein aufgeklebt. Wenn Sie sich einen Belgischen Brocken zulegen möchten, sollten Sie dem Format des Schleifsteins auch deshalb Aufmerksamkeit schenken, weil dieser sich auch sehr gut für den Abzug hochwertiger Kochmesser eignet. Die Schleifkörper des Belgischen Brocken, sind in den Schleifstein eingelagerten Granate. Diese sind besonders hart und haben durch ihre zahlreichen Facetten fast nur stumpfe Winkel. Deshalb geht dieser Schleifstein besonders schonend mit den empfindlichen Schneiden der Rasiermesser um. Beim gelben Stein ist die Konzentration dieser Schleifkörper höher, weshalb dieser etwas schneller schleift als der blaue. Der Belgische Brocken ist ein Wasserabziehstein. Er wird demzufolge nur mit Wasser benutzt und muß vor dem Schleifen gut gewässert werden.
Für Ihre Rasiermesser können natürlich auch geeignete künstliche Schleifsteine verwendet werden. Wir möchten aber noch einmal daran erinnern, daß es beim Nachschleifen der Rasiermesser darum geht, einen mikroskopisch feinen, für das bloße Auge kaum sichtbaren Schneidgrat abzutragen. Deshalb sollten nur sehr feine Schleifsteine verwendet werden. Zu viel Materialabtrag ruiniert oft die Schneide des Rasiermessers.

Einige Fehler beim Umgang mit dem Rasiermesser

Regel: Wichtig beim Umgang mit einem Rasiermesser sind Vorsicht und Sorgfalt!
Durch falsches Abledern oder Schleifen, zu Beispiel mit angehobenem Klingenrücken wird die Schneide beschädigt. Es werden zu grobe Schleifsteine verwendet und so die Klinge beschädigt.
Das Barthaar wird vor der Rasur nicht gründlich genug geweicht. So ist die Rasur unangenehm und man hat den Eindruck das Rasiermesser wäre stumpf. Der Anstellwinkel der Klinge zur Haut wird falsch gewählt. So kann man sich verletzen oder das Rasiermesser gleitet ohne zu rasieren über das Barthaar hinweg. Das Rasiermesser wird beim Rasieren entlang der Längsachse der Klinge bewegt. So schneidet man in die Haut ein und verletzt sich. Die Haut wird beim Rasieren nicht ausreichend gestrafft. So kann sich eine Hautwelle bilden in die man mit dem Rasiermesser einschneidet. Das Rasiermesser wird nicht ausreichend gepflegt oder in einer feuchten Umgebung gelagert. Da die meisten Rasiermesserklingen aus nicht rostfreien Kohlenstoffstählen hergestellt werden, kann dies zu Korrosion führen. Auch die Heftschalen können durch Feuchtigkeit und mangelnde Pflege beschädigt werden.


Beliebte Produkte in unserem Shop

Rasiermesser

Rasiermesser aus Solingen und Frankreich



Die Stadt Solingen ist bekannt für feinste Klingen und Schneidwaren. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ein großer Teil der Rasiermesser in unserem Shop von dort kommt. Neben den großen Marken wie Dovo und Bismarck führen wir Rasiermesser kleiner Handwerksbetriebe und Manufakturen wie Wacker und Aust in großer Auswahl. Rasiermesser von Thiers-Issard aus Frankreich runden unser Sortiment ab. So sollte jeder, ob Einsteiger, Fortgeschrittener oder Sammler etwas Ansprechendes bei uns finden.

Unseren Shop besuchen? >>> Rasiermesser

Schleifsteine und Streichriemen

Schleifsteine und Streichriemen für Ihr Rasiermesser



In unserem Shop finden Sie auch eine Auswahl Schärfzubehör. Zum Schleifen Ihrer Rasiermesser können wir den Belgischen Brocken als blauen Bankstein empfehlen. Der Belgische Brocken ist ein natürlicher Wasserabziehstein, der in den belgischen Ardennen abgebaut wird. In dem eher weichen Sedimentgestein aus Ton und vulkanischer Asche sind feinste, sehr harte Granate eingelagert. Die besondere, fast runde Form der Schleifkörper ermöglicht das schonende Schleifen feinster Klingen. Auch Streichriemen finden Sie bei uns. So zum Beispiel doppelseitige Streichriemen der Marke Herold. Diese so genannten Schraubspannriemen sind in zwei Ausführungen erhältlich: Juchtenleder oder Rindleder. Die Vorderseite der Streichriemen ist jeweils unbehandelt die Rückseite ist mit einer Schleifpaste vorgepastet.

Schärfzubehör im Shop ansehen >>> Schleifsteine und Streichriemen

Rasierpinsel

Rasierpinsel und Rasierzubehör



Besonders wichtig bei der Messerrasur ist die Rasurvorbereitung. Das heißt, das Barthaar muss vor dem Abrasieren gründlich geweicht werden! Wir empfehlen daher eine gute Rasierseife oder Rasiercreme zu verwenden und diese mit Hilfe eines Rasierpinsels und warmen Wasser aufzuschäumen. Der so entstehende feinporige Schaum lässt das Barthaar quellen und macht die Haut flexibel. In unserem Shop finden Sie eine große Auswahl Rasierpinsel von namhaften Markenherstellern wie beispielsweise Thäter, Mühle, Baier und Dovo sowie zahlreiches Rasierzubehör.

Rasierpinsel und Zubehör im Shop ansehen >>> Rasierpinsel